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    Geschichte der Feuerwehr Süsterseel      

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hier ein kleiner Auszug aus der Chronik der Feuerwehr Süsterseel

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Neustrukturierung der Freiwilligen Feuerwehr Selfkant „Löscheinheit Süsterseel"

im Jahr 1963

 

Nach dem Willen der Bezirks-Regierung in Aachen sollte der Aufbau des Feuerlöschwesens in unserem Heimatort, aber auch in den übrigen im August 1963 wieder selbständig gewordenen Selfkantgemeinden zügig vorangetrieben werden. Doch was hier gesetzlich vorgeschrieben war, konnte keine der jeweiligen Ortschaften unmöglich alleine bewerkstelligen. Auch das Wissen über deutsches Recht und Gesetz - und hierzu zählten ebenso die fachlichen Grundkenntnisse über das bereits erwähnte Feuerschutzrecht - war mit Sicherheit in der Bevölkerung des Selfkantgebietes nach der 14jährigen niederländischen Auftragsverwaltung noch nicht genügend ausgeprägt. Hilfestellung bot deswegen der damalige Kreis Geilenkirchen-Heinsberg (im Auftrag der Bezirks-Regierung in Aachen) mit seinen Vertretern, Kreisbrandmeister Johann Nickels und dessen Stellvertreter Kreisbrandmeister Paul Savoir, an. Die hier genannten Personen sollten

 

die Gründung der neuen Löscheinheiten in unserem Heimatgebiet beschleunigen,

den Aufbau der „Freiwilligen Feuerwehren" überwachen,

Hilfestellungen in Theorie und Praxis betreffend des Feuerlöschwesens vermitteln und

schließlich auch als Vertrauenspersonen fungieren.

 

Der von der Landesregierung nach der Rückgliederung eingesetzte kommissarische Verwalter des Selfkants, Regierungsrat Dr. Braun, war zuvor als Landesbeauftragter für das Feuerwehrwesen im Regierungsbezirk Aachen tätig, so daß er für eine bevorzugte Ausrüstung der Selfkantwehren sorgen konnte. Als Mittelsmann und zusätzlicher Ansprechpartner galt zur damaligen Zeit auch der Tüdderner Feuerwehrmann Amtsbrandmeister Paul Knies (sen.), der schon während der niederländischen Auftragsverwaltung mit den Aufgaben der Tüdderner Feuerwehr als Hauptwehr des „Drostamtes Tudderen" vertraut worden war und über entsprechende Erfahrungen auf dem Gebiet des Feuerlöschwesens verfügte.

In unserem Heimatort Süsterseel bildete sich schon unmittelbar nach der Rückgliederung im August 1963 eine kleine Gruppe von Männern, die eigenverantwortlich mit den Vertretern des Kreises Geilenkirchen-Heinsberg zusammenarbeiten wollten, um wichtige und notwendige Vorarbeiten zu verrichten. Zu dieser Gruppierung gehörten nachfolgend genannte Süsterseeler Einwohner:

 

 

Dahlmanns Hubert, der während der Zeit der niederländischen Auftragsverwaltung die Brandmeisterprüfung mit Erfolg abgelegt hatte,

Dahlmanns Josef II, der sich aufgrund seiner beruflichen Qualifikation als Kraftfahrer um die notwendige Instandsetzung der in der Elementarschule Hillensberg eingelagerten Arbeitsgeräte kümmern wollte,

Jansen Lorenz, Angehöriger der Freiwilligen Feuerwehr Süsterseel von 1938 bis 1949,

Lippertz Josef, Kraftfahrer mit Ausbildung im Sanitäterwesen sowie Otto Lothar.

 

Zu den wichtigen und notwendigen Vorarbeiten können nachstehende Sachverhalte aufgelistet werden:

 

Die Gemeinde Süsterseel sollte dem neu zu gründenden Feuerwehrverband ein geeignetes Übungsgelände zur Verfügung stellen, um auch die praxisnahen Lehrgänge und Schulungen durchführen zu können. (Hier bot sich eine im Jahre 1963 noch unbebaute Süsterseeler Gemarkung unmittelbar hinter dem neuen Sportplatz an.)

Für die Durchführung der theoretischen Schulungen mußte ein größerer Raum gefunden werden. (Der Gaststättenbesitzer Fritz Peters stellte dazu die Bühne im Saal hinter seiner Restauration zur Verfügung. Die Räumlichkeit konnte mit Tischen, Stühlen und Sitzbänken bestückt werden.)

Man einigte sich, daß die noch anstehende Gründungsversammlung in der Süsterseeler Restauration Heinrich Neihs, Dorfstraße, gegenüber der Kirche gelegen, stattfinden sollte. (Nach Absprache mit den Vertretern des Kreises Geilenkirchen-Heinsberg legte man sich auf das Datum Donnerstag, 28. November 1963, fest.)

Eine allgemeine Bekanntmachung, gerichtet an alle interessierten Süsterseeler Männer, machte auf die Gründung der neuen Freiwilligen Feuerwehr aufmerksam. (Ein entsprechender Aufruf wurde unmittelbar in der Nähe der Ortskirche gut sichtbar angebracht.)

Bereits im Oktober 1963 wurden vom Feuerwehrausrüster Wolters (mit Sitz in Eschweiler-Kinzweiler) 10 Schläuche der Größenordnung B (Länge 20 Meter) und 12 Schläuche der Größenordnung C (Länge 15 Meter) sowie zwei Strahlrohre (Format B und C) angeliefert. Die vorläufige Ausrüstung wurde vervollständigt durch ein Standrohr mit dazugehörigem Hydrantenschlüssel, zwei Schlauchregale und ein sogenanntes Übergangsstück (Kupplungsstück) als Verbindung zwischen den verschiedenartigen Schläuchen. (Das Arbeitsmaterial wurde in einem Nebengebäude des Wohnhauses Jakob Mantelars, Landstraße in Süsterseel, zwischengelagert.)

Für den geplanten Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses wurde nach einem geeigneten Standort gesucht. (Auch hier bot sich die bereits erwähnte noch unbebaute Süsterseeler Gemarkung unmittelbar hinter dem neuen Sportplatz an.)

 

 

Die Gründungsversammlung

Die Gründungsversammlung der „Freiwilligen Feuerwehr" Süsterseel fand nur vier Monate nach der Rückgabe des Selfkantgebietes an den deutschen Staat am Donnerstagabend, 28. November 1963, statt. Das Interesse an eine eigene Feuerwehr war in der Süsterseeler Einwohnerschaft sehr groß. Insgesamt 26 Männer aus unserem Wohnort beteiligten sich an die erste Zusammenkunft, die von Kreisbrandmeister Johann Nickels und seinem Stellvertreter Kreisbrandmeister Paul Savoir anberaumt und schließlich auch durchgeführt wurde. Der Versammlung wohnte auch Amtsbrandmeister Knies (sen.) aus der Selfkantortschaft Tüddern bei.

Im Verlaufe der Versammlung wurden von Kreisbrandmeister Nickels folgende Führungskräfte für die Süsterseeler Feuerwehr ernannt:

 

Wehrführer: Dahlmanns Hubert

Stellvertretender Wehrführer: Otto Lothar

Schriftführer: Schieren Edmund

Kassenwart: Peters Matthias

Stellvertretender Übungsleiter: Peters Josef (sen.)

(Anmerkung des Verfassers: Feuerwehrmann Dahlmanns Josef II wurde am 15. März 1965 auf Vorschlag des Wehrführers Dahlmanns Hubert einstimmig zum Gerätewart der Löscheinheit Süsterseel gewählt. Der Gerätewart gehörte von diesem Zeitpunkt an und nach seiner Wahl dem Kreis der Vorstandspersonen an.)